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Sagenumwobene Pokémon

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Antike, künstlerische Darstellung des mythenumrankten Mew

Über alle Medien des Pokémon-Franchises hinweg nehmen sagenumwobene Pokémon eine besondere Rolle ein. Wie bereits aus dem Begriff hervorgehend handelt es sich hierbei nicht um eine scharf abgrenzbare Gruppe von Pokémon, die sich in den Spielen durch besondere Eigenschaften von anderen Pokémon abheben. Stattdessen wird sie durch die Art und Weise der Auftritte der Pokémon in Spielen, Anime und Manga im Kontrast zu anderen Pokémon charakterisiert. Die wichtigsten Gruppen stellen dabei die Legendären und Mysteriösen Pokémon dar.

Das charakteristische Entscheidungsmerkmal zwischen sagenumwobenen Pokémon und anderen Pokémon besteht in den Spielen darin, dass sie sich zumindest im Spiel ihrer Einführung nicht im hohen Gras fangen lassen, sodass sie nur unter bestimmten Umständen und häufig ohne Zucht nur einmal zu erhalten sind. Dies führt viele Spieler zu der Annahme, dass es sich bei ihnen um Legendäre Pokémon handle, obwohl ihnen dazu charakteristische Eigenschaften fehlen. Hier ist Rotom als ein Beispiel zu nennen. Ein weiteres häufiges Merkmal ist, dass sie besondere Positionen im Pokédex einnehmen.

Ein klassisches Motiv in den Medien des Pokémon-Universums besteht darin, dass eine Verbrecherorganisation versucht, die Kraft verschiedener sagenumwobener Pokémon für seine Zwecke zu nutzen und nach ihren Vorstellungen umzugestalten. In der Regel ist es die Aufgabe des Protagonisten, dies zu verhindern.

Gruppen

Legendäre Pokémon

Ein Kampf zwischen den Legendären Pokémon Groudon und Kyogre
→ Hauptartikel: Legendäre Pokémon

Eine besonders wichtige Gruppe unter den sagenumwobenen Pokémon stellen die Legendären Pokémon dar. Sie zeichnen sich häufig durch besonders große Kraft in Form von sehr mächtigen Attacken oder Kontrolle über Elemente der Natur aus. Dies äußert sich zum einen in signifikant höhreren Statuswerten, die an die von mega-entwickelten Pokémon heranreichen. Zum anderen lässt sich dies in der Tragweite der Pläne erkennen, die die Verbrecherorganisationen mithilfe derartiger Pokémon umsetzen möchten: So versucht beispielsweise Team Magma in Pokémon Rubin, mithilfe von Groudon große Teile des Meeres trocken zu legen, während Team Galaktik in Pokémon Perl gar versucht, mit Palkias Hilfe das ganze Universum zu zerstören und neu zu erschaffen.

Letzteres trifft dabei insbesonderere auf Cover-Legendäre zu, deren Fähigkeiten die anderer Legendärer Pokémon meist noch übersteigen und die seit der dritten Spielgeneration stets der Verbrecherorganisation als primäres Mittel dienten, um ihre Ziele umzusetzen. Um dieser besonderen Stellung Ausdruck zu verleihen, werden diese Pokémon zusammen mit Mewtu und Zygarde, die in den Spielen und im Anime eine ähnliche Rolle einnehmen, gelegentlich zu einer eigenen Gruppe unter den Legendären Pokémon zusammengefasst. Für die dadurch entstehenden zwei Gruppen Legendärer Pokémon ist allerdings bisher kein Name etabliert.

Unabhängig davon wird von vielen Legendären Pokémon in mythischen Texten berichtet, die teilweise in Pokédex-Einträgen oder durch unterstützende Charaktere referenziert werden. In Sinnoh ist es sogar möglich, sich in der Fleetburg-Bibliothek über überlieferte Sagen in den dortigen Büchern zu informieren. Dabei bleibt stets unklar, wie groß der Wahrheitsgehalt dieser Berichte ist, die sich teilweise bis auf die Entstehung der Welt zurückbeziehen, da sie nur als Überlieferungen und nie als Tatsachen referenziert werden. So wird die Erschaffung der Welt durch das Dimensions-Trio beschrieben und bei vielen Legendären Pokémon eine Entstehung durch UrzeugungWikipedia icon.png beschrieben.

Die große Seltenheit Legendärer Pokémon äußert sich dadurch, dass man sie in den Spielen nur in sehr kleiner, begrenzter Anzahl und häufig sogar nur einmal erhalten kann. Eine Zucht ist in keinem Fall möglich. Ihre lange Lebendauer wird bei vor der siebten Spielgeneration eingeführten Pokémon dadurch betont, dass sie sich nicht entwickeln können. Im Anime werden diese Regeln teilweise durchbrochen, so treten teilweise Babyformen oder eine größere Anzahl von Legendären Pokémon der gleichen Art auf; allerdings wird auch hier ihre Seltenheit betont.

Mysteriöse Pokémon

Das mysteriöse Pokémon Jirachi im Anime
→ Hauptartikel: Mysteriöse Pokémon

Bei den Mysteriösen Pokémon handelt es sich um sagenumwobene Pokémon, die noch seltener als Legendäre Pokémon sind, sodass teilweise sogar ihre Existenz bezweifelt wird.[1] Sie lassen sich in den Spielen in der Regel überhaupt nicht erhalten, sodass sie nur als Event-Pokémon erhältlich sind. Sie teilen sich viele Eigenschaften mit den Legendären Pokémon, werden jedoch in der Regel als weniger mächtig als diese und als noch geheimnisvoller dargestellt. Die Unterscheidung zwischen Legendären und Mysteriösen Pokémon wird in Japan seit der ersten Spielgeneration vorgenommen, in Europa hielt sie jedoch erst mit Pokémon Schwarz und Weiß Einzug.

In den Spielen wird ihre Existenz oftmals angedeutet und erwähnt, weitere Informationen oder der Erhalt der Pokémon sind aber nicht möglich. Ihre Geschichte wird stattdessen vorwiegend in den Filmen erzählt, deren Ausstrahlung häufig mit einer entsprechenden Event-Verteilung verknüpft wird. Dadurch wurde ihnen insbesondere in der Frühzeit des Franchises ein extrem hoher Wert beigemessen.

Unter den mysteriösen Pokémon lassen sich wiederum mehrere Gruppen abgrenzen. So existiert bis einschließlich zur 5. Generation stets mindestens ein Mysteriöses Pokémon, das auf allen Statuswerten den Basiswert 100 hat und 3 KP-FP gibt. Zu der dadurch definierten Gruppe zählen Mew, Celebi, Jirachi, Manaphy, Shaymin und Victini. Diese Pokémon zeichnen sich im Kontrast zu den Legendären und anderen Mysteriösen Pokémon dadurch aus, dass sie vergleichsweise klein und leicht sind. Darüber hinaus sind ihre besonderen Kräfte weit verborgener und abstrakter als die der durch die Stärke ihrer Angriffe besonders herausgestellten Legendären Pokémon. So ist Jirachi in der Lage, Wünsche zu erfüllen, während Mew sich durch seine besondere Vielseitigkeit hinsichtlich Attacken auszeichnet.

Das mysteriöse Pokémon Arceus mit einigen seiner Tafeln

Die verbleibenden Mysteriösen Pokémon füllen das Spektrum zwischen diesen Pokémon und Legendären Pokémon voll aus, so existieren Pokémon wie Deoxys, welches in Pokémon Omega Rubin und Alpha Saphir sogar fangbar ist und Rayquaza ebenbürtig zu sein scheint, aber auch solche wie Darkrai, das in direkter Konfrontation mit Legendären Pokémon nicht bestehen kann. Besonders herausstechend ist dabei Arceus, welches als göttliches Pokémon die Kräfte der Legendären Pokémon noch übertrifft.

In den Spielen verhalten sich Myteriöse Pokémon, nachdem man sie erhalten hat, wenig von Legendären, sie sind allerdings darüber hinaus alle unfähig, sich zu entwickeln. Auch die Zucht von Mysteriösen Pokémon ist unmöglich, allerdings mit der bemerkenswerten Ausnahme von Manaphy, welches Eier von Phione legt. Letzteres wird also als Mysteriöses Pokémon betrachtet, obwohl es auf diese Weise unendlich oft zu erhalten ist, sofern man einmal ein Manaphy oder Phione erhalten hat.

Ultrabestien

Artwork mehrerer Ultrabestien
→ Hauptartikel: Ultrabestien

Keiner von beiden Gruppen zugehörig sind die Ultrabestien, die aus einer anderen Dimension stammen und in Pokémon Sonne und Mond eingeführt wurden. Sie verfügen ebenfalls über erhöhte Statuswerte, sind pro Edition nur in begrenzter Zahl erhältlich und nicht zuchtfähig.

Es ist nur wenig über Ultrabestien bekannt, sie heben sich allerdings durch ihr ungewöhnliches Aussehen von anderen Pokémon ab und sind im Gegensatz zu Legendären und Mysteriösen Pokémon dem Pokémon-Universum eigentlich nicht zugehörig. Eine Ausnahme stellen hier möglicherweise Necrozma und die Entwicklungsreihe von Cosmog dar, bei dem es sich um Ultrabestien handeln könnte, die vor langer Zeit in diese Welt gekommen sind.

Weitere sagenumwobene Pokémon

Neben den genannten drei Typen von Pokémon gibt es weitere Pokémon, die eine ähnlich außergewöhnliche Rolle in Spielen oder Anime einnehmen und ebenfalls von Sagen umwoben sind. Sie lassen sich zumindest im Spiel ihrer Einführung nicht auf gewöhnliche Weise fangen, sind keine Starter-Pokémon, und stehen häufig mit besonderen Orten in Verbindung, wo es dem Protagonisten möglich gemacht wird, zumindest ein Exemplar zu erhalten. Sie stehen tendenziell vor den Legendären Pokémon am Endes des Pokédexes. Klassische Pokémon, die durch die Spiele motiviert in diese Gruppe fallen, sind Icognito, Rotom, Zoroark und Ramoth; bezieht man den Anime mit ein, kommen darüber hinaus Arkani und Lucario hinzu.

Naturgemäß ist diese Gruppe weniger klar abgegrenzt, so könnte man abhängig von den angelegten Kriterien auch Ditto, Relaxo oder die Fossilien hier mit einschließen.

Statistik

Die folgende Statistik versucht, einen Überblick über sagenumwobene Pokémon zu geben. Dabei wird die im letzten Abschnitt dargestellte Gruppe aufgrund ihrer problematischen Abgrenzbarkeit nicht miteinbezogen.

Der unter den sagenumwobenen Pokémon häufigste Typ ist Psycho, gefolgt vom Typ Drache. Von vier Typen existieren hingegen nur zwei sagenumwobene Pokémon. In der folgenden Typen-Statistik wird die Zahl der Pokémon gezählt, die in mindestens einer ihrer Formen über einen bestimmten Typ verfügen. Davon ausgenommen sind Arceus und Amigento, die nur für den Typ Normal gezählt werden.

Verteilung der sagenumwobenen Pokémon (nach Typen)
Anzahl Typ
21 PsychoIC.png
15 DracheIC.png
12 FlugIC.png StahlIC.png
9 FeuerIC.png
8 KampfIC.png WasserIC.png
7 ElektroIC.png FeeIC.png
6 GeistIC.png
5 GesteinIC.png NormalIC.png PflanzeIC.png
4 UnlichtIC.png
3 BodenIC.png EisIC.png GiftIC.png KäferIC.png

Die meisten sagenumwobenen Pokémon wurden sowohl absolut wie relativ zur Zahl der neu eingeführten Pokémon gesehen mit großem Abstand in der 7. Generation eingeführt. Aufgrund der Einführung von 11 Ultrabestien stimmt hier die Summe der Zahlen der Legendären und Mysteriösen Pokémon nicht mit der Gesamtzahl überein. Mit fünf wurden bisher die wenigsten sagenumwobenen Pokémon in der 1. Generation eingeführt, hier ist auch der relative Anteil am geringsten.

Zahl der sagenumwobenen Pokémon (nach Gen.)
Gen. Anzahl davon
legendär
davon
mysteriös
Anteil unter
neuen Pkmn
Anteil unter allen sagen-
umwobenen Pkmn
I 5 4 1 03,31 % 06,33 %
II 6 5 1 06,00 % 07,59 %
III 10 8 2 07,40 % 12,66 %
IV 14 9 5 13,08 % 17,72 %
V 13 9 4 08,33 % 16,46 %
VI 6 3 3 08,33 % 07,59 %
VII 25 11 3 29,41 % 31,65 %
Gesamt 79 49 17 08,31 % 100 %

Einzelnachweise

  1. Entdecke die Mysteriösen Pokémon – von Mew bis Magearna Nintendo Deutschland, 9. September 2016. Abgerufen am 24. Mai 2017. (Zitat: „Andere Pokémon sind dagegen so selten, dass viele in der Welt der Pokémon sogar an ihrer Existenz zweifeln. Gibt es sie wirklich, oder kommen sie nur in Legenden vor? Diese Pokémon sind als Mysteriöse Pokémon bekannt.“)


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